Umweltbereiche

Invasive Neobiota auf Baustellen

Invasive Neophyten sind gebietsfremde Pflanzen, die sich bei uns unkontrolliert ausbreiten und so Schäden im Bereich Gesundheit (Ambrosia, Riesenbärenklau, Schmalblättriges Greiskraut), Biodiversität (Amerikanische Goldruten, Drüsiges Springkraut, Sommerflieder usw.), Landwirtschaft (Ambrosia, Erdmandel, Schmalblättriges Greiskraut) und Infrastrukturen (Asiatische Staudenknöterich) anrichten.

Invasive Neophyten werden massgeblich durch Bauarbeiten weiterverbreitet. Dazu gehört das Verschieben von Boden, welcher fortpflanzungsfähige Teile dieser Pflanzen enthält (biologisch belasteter Boden) sowie nicht korrekt entsorgtes Pflanzenmaterial. Zudem bieten offene Böden ideale Bedingungen für die Neuansiedlung von invasiven Neophyten.

Artikel 15 der Freisetzungsverordnung (FrSV, SR 814.911) regelt die wichtigsten Aspekte beim Umgang mit invasiven Neophyten. Für Bauvorhaben gelten Auflagen für folgende Bereiche: 

Mit invasiven Neophyten belasteter Boden (biologisch belasteter Boden)

Boden mit Samen oder Wurzeln von Pflanzen des Anhangs 2 der FrSV (Asiatischer Staudenknöterich, Essigbaum, Ambrosia, Riesenbärenklau, Schmalblättriges Greiskraut oder Drüsiges Springkraut) darf nur am Entnahmeort verwertet werden oder ist in einer Deponie Typ B oder in einer geeigneten Kiesgrube zu entsorgen. Boden mit Drüsigem Springkraut kann unter Auflagen auch in der Landwirtschaft verwertet werden. (siehe www.neobiota.zh.ch -> Auflagen und Empfehlungen -> Bauen)

Sofern Boden anfällt, der mit Asiatischem Staudenknöterich oder Essigbaum belastet ist, ist ein befugter Altlastenberater beizuziehen und das Zusatzformular „Belastete Standorte und Altlasten (inkl. mit Neobiota belastete Standorte)“ bei der örtlichen Baubehörde einzureichen (siehe www.altlasten.zh.ch -> Bauen auf belasteten Standorten -> Private Kontrolle).

Der korrekte Umgang mit Boden mit Riesenbärenklau, Schmalblättrigem Greiskraut oder Drüsigem Springkraut hat in Eigenverantwortung zu erfolgen. Es sind die Empfehlungen der AGIN zum Umgang mit biologisch belastetem Boden zu beachten.

Ist der Boden zusätzlich chemisch oder physikalisch belastet gelten die zusätzlichen Bestimmungen des Bodenschutzes und der Altlasten.

Bekämpfungspflichtige invasive Neophyten

Im Kanton Zürich gilt gemäss Massnahmenplan invasive gebietsfremde Organismen 2014-2017 eine Bekämpfungspflicht für folgende invasive Neophyten

Die Bekämpfungspflicht betrifft den Eigentümer des Grundstücks. 

Entsorgung von Pflanzenmaterial invasiver Neophyten

Ambrosia sowie Wurzeln, Rhizome des Asiatischen Staudenknöterichs und des Essigbaums sind in einer KVA zu entsorgen.

Schnittgut der übrigen invasiven Neophyten mit Blüten,
Samen sowie Wurzeln sind in einer professionellen Kompostierungsanlage (keine Feldrandkompostierung) oder Vergärungsanlage oder KVA zu entsorgen.

Pflanzenauswahl

Es gilt ein Verbot der Verwendung von Pflanzen des Anhangs 2 der FrSV. Auf weitere Pflanzen der Schwarzen Liste und Watch Liste von Info Flora ist zu verzichten oder die Blüten sind vor der Samenreife zu entfernen.

Es wird empfohlen, einheimische Pflanzen zu verwenden.

Verhinderung der Ansiedlung und Weiterverbreitung von invasiven Neophyten

Offene Böden (Bodendepots, Installationsplätze, temporäre Rohböden) und Flächen mit lückiger Vegetation sind regelmässig auf das Vorhandensein von invasiven Neophyten zu kontrollieren. Aufkommende invasive Neophyten sind zu bekämpfen. Bodendepots und längere Zeit brachliegende Flächen sind so rasch wie möglich zu begrünen.

Fertiggestellte Flächen sind so rasch wie möglich zu begrünen. Ausnahme: Pionierflächen, die aus ökologischen Gründen angelegt wurden, sind nicht zu begrünen, damit sie vegetationsarm bleiben und ausgewählten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten. Die Neophytenkontrolle und -bekämpfung muss aber langfristig sichergestellt sein.

Fertiggestellte Flächen sind, bis sich die Zielvegetation entwickelt hat (d.h. bis zu 5 Jahre), regelmässig bezüglich invasiver Neophyten zu kontrollieren (mindestens 4 Kontrollgänge pro Jahr im Mai, Juni, Luli-August, September-Oktober). Aufkommende invasive Neophyten sind zu bekämpfen.