Auch Veranstaltungen können baubewilligungspflichtig sein

Temporäre Veranstaltungen können erhebliche Auswirkungen auf Raum und Umwelt haben. Je nach Art und Lage einer Veranstaltung kann es sich deshalb als notwendig erweisen, ein baurechtliches Bewilligungsverfahren durchzuführen. Von Gesetzes wegen gibt es jedoch keine eindeutigen Kriterien. Der nachfolgende Text sowie der Artikel unter "Weiterführende Informationen" bieten den Gemeinden eine  Entscheidungsgrundlage bei der Wahl des Bewilligungsverfahrens.

Was spricht für eine Baubewilligungspflicht?

Ein baurechtliches Bewilligungsverfahren ist immer dann angezeigt, wenn die geplante Veranstaltung weit über die bestimmungsgemässe Nutzung des vorgesehenen Standorts und mit grösseren Auswirkungen für Mensch und Umwelt verbunden ist.
Die nachfolgend aufgeführten Faktoren können dazu führen, dass eine Veranstaltung im Rahmen eines Baubewilligungsverfahren geprüft werden muss. Dabei wird der Entscheid für ein Baubewilligungsverfahren in der Regel durch eine Kombination von mehreren Faktoren zu Stande kommen.

  • mehrwöchig
  • wiederkehrend (z.B. mehrere Wochenenden pro Jahr)
  • hohes Besucher- und Verkehrsaufkommen
  • grosse Lärmbelastung
  • aufwändige bauliche Installationen (z.B. Tribünen)
  • fragliche Zonenkonformität (siehe Ausführungen unten)
     

Was gilt für Veranstaltungen ausserhalb Bauzone?

Aufgrund fast immer fraglicher Zonenkonformität müssen die Voraussetzungen für die Durchführung von temporären Veranstaltungen in jedem Einzelfall sorgfältig geprüft werden. Bei Veranstaltung mit grossen Auswirkungen auf Raum und Umwelt – so bspw. bei Grossveranstaltungen – ist diese Prüfung im Rahmen eines baurechtlichen Bewilligungsverfahrens vorzunehmen.

Zusätzlich zu den oben aufgeführten Punkten, sprechen folgende Faktoren für eine Baubewilligungspflicht ausserhalb der Bauzone:

  • fragliche Zonenkonformität (d. h. fehlender Bezug zur landwirtschaftlichen Nutzung)
  • innerhalb oder in der Nähe von kommunalen oder überkommunale Schutzgebieten
  • grössere Bodeneingriffe (z.B. durch den Bau einer Motocross-Piste)  

Baubewilligungspflichtige Vorhaben ausserhalb der Bauzone werden durch die Baudirektion beurteilt (vgl. BVV Ziff XX). Für Veranstaltungen im Wald gelten besondere Vorschriften (siehe Merkblatt "Veranstaltungen im Wald", ALN, 2017).

Wer entscheidet über das Verfahren?

Die Entscheidung über das Verfahren, resp. über eine allfällige Baubewilligungspflicht liegt bei den Gemeinden. Für die Notwendigkeit, eine Veranstaltung im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens zu prüfen, gibt es keine eindeutigen Schwellenwerte. Es ist eine einzelfallweise Betrachtung erforderlich.
Sind Sie unsicher, ob eine Baubewilligungspflicht notwendig ist? Die Baudirektion bietet gerne Unterstützung. Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine E-Mail (siehe Kontaktangaben links) mit einer kurzen Beschreibung der Veranstaltung. Im Sinne einer Empfehlung werden wir Ihnen möglichst schnell eine Antwort geben.
 

Weiterführende Informationen